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Saša Stanišić
Saša Stanišić (* 7. März 1978 in Višegrad) ist ein aus Bosnien und Herzegowina stammender deutschsprachiger Schriftsteller. Für seinen Roman Vor dem Fest

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Saša Stanišić (2014)

Saša Stanišić (* 7. März 1978 in Višegrad) ist ein aus Bosnien und Herzegowina stammender deutschsprachiger Schriftsteller. Für seinen Roman Vor dem Fest gewann er 2014 unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse. 2019 erhielt er den Deutschen Buchpreis für Herkunft.

Inhaltsverzeichnis
  • 1 Leben und Werk
  • 2 Einzeltitel
    • 2.1 Romane, Erzählungen
    • 2.2 Hörspiele
    • 2.3 Fantasy
  • 3 Beiträge in Zeitschriften und Anthologien
    • 3.1 Erzählungen
    • 3.2 Essays
  • 4 Literatur
  • 5 Weblinks
  • 6 Einzelnachweise
Leben und Werk

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad, einer Kleinstadt im östlichen Bosnien, als Sohn einer Bosniakin und eines Serben geboren.[1] 1992, nach der Besetzung Višegrads durch bosnisch-serbische Truppen im Rahmen des Bosnienkrieges, flüchteten seine Eltern mit ihm zu einem Onkel nach Heidelberg. Stanišić besuchte die Internationale Gesamtschule Heidelberg, wo sein schriftstellerisches Talent von seinem Deutschlehrer gefördert wurde[2], und wechselte nach der Vorbereitungsklasse auf den Gymnasialzweig. Nach seinem Abitur im Jahr 1997[3] studierte er an der Universität Heidelberg Deutsch als Fremdsprache und Slawistik. Während des Studiums entstanden immer mehr literarische Texte und sein „Kindheitstraum vom ‚nur Schreiben‘ wurde größer und größer.“[4]

Für seine Magisterarbeit über Wolf Haas wurde Stanišić 2004 der Jürgen-Fritzenschaft-Preis der Universität Heidelberg verliehen.[5] Zum Wintersemester 2004/2005 nahm er ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig auf. Im folgenden Jahr war der Nachwuchsautor mit einer Erzählung Was wir im Keller spielen … im Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis 2005 vertreten. Das autobiographisch gefärbte Werk, das den Krieg in Ex-Jugoslawien aus der Sicht eines Kindes Revue passieren lässt, erhielt in Klagenfurt den Kelag-Publikumspreis.

2006 legte Stanišić mit Wie der Soldat das Grammofon repariert seinen Debütroman vor. In der semiautobiographischen Geschichte, die erneut vor dem Hintergrund des Bosnienkrieges angesiedelt ist, porträtiert der Autor den jungen Bosnier Aleksandar aus Višegrad, der mit seinen Eltern nach Deutschland flieht und sich in der neuen Heimat in eine Welt aus Geschichten und Erinnerungen flüchtet. Für die Recherche stattete die Robert Bosch Stiftung den Autor mit dem Grenzgänger-Stipendium aus.[6] Stanišićs Romanerstling erlangte die Gunst der Kritiker und ist in 30 Sprachen übersetzt worden.[7]

Das als poetisch und komisch zugleich bewertete Werk wurde 2006 Finalist für den Deutschen Buchpreis und erhielt 2007 den Förderpreis zum Literaturpreis der Stadt Bremen. Außerdem wurde Wie der Soldat das Grammofon repariert im Jahr seiner Veröffentlichung als Hörspiel vom Bayerischen Rundfunk/Hörspiel und Medienkunst adaptiert und 2007 für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert. 2008 wurde Stanišic mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis[8], dem Lydia-Eymann-Stipendium und dem Förderpreis zum Heimito von Doderer-Literaturpreis ausgezeichnet.

2006/2007 war Stanišić der Stadtschreiber von Graz. Das Schauspielhaus Graz brachte 2008 seinen Roman Wie der Soldat das Grammofon repariert auf die Bühne.[9] Sein erstes Theaterstück, Go West, wurde im März 2008 uraufgeführt.

2013 erhielt Stanišić das vierte „Feuergriffel“-Stadtschreiber-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur der Stadt Mannheim. Er gastierte im Turm der Alten Feuerwache Mannheim.[10]

Mit dem Romanmanuskript Anna erhielt er im selben Jahr den Alfred-Döblin-Preis[11] und für Frau Kranz malt ein Bild von Hier den Hohenemser Literaturpreis.

Dankesrede von Saša Stanišić anlässlich der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse 2014

2014 wurde Stanišić mit dem Preis der Leipziger Buchmesse (Kategorie: Belletristik) für seinen zweiten Roman Vor dem Fest geehrt.[12] Im selben Jahr wurde er für den Deutschen Buchpreis nominiert (Longlist). 2016 erhielt er den Rheingau Literatur Preis für den Erzählungsband Fallensteller, 2017 den Schubart-Literaturpreis[13] und 2019 den Deutschen Buchpreis für Herkunft.

Seit 2015 ist Saša Stanišić Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.[14] Außerdem ist er Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Bei den Hamburger Abiturprüfungen 2019 wurden Fragen zu seinem Buch Vor dem Fest im Unterrichtsfach Deutsch zur Aufgabe gestellt. Nach eigenen Angaben nahm Stanišić unter einem Frauennamen[15] an der Prüfung teil und erhielt für die Aufgaben, bei denen unter anderem im Sinne des Autors ein weiteres Kapitel hinzugefügt und das Buch literaturwissenschaftlich eingeordnet werden sollte, 13 von 15 möglichen Punkten.[16]

2019 erhielt Stanišić von der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden eine Poetikdozentur.[17] Im selben Jahr wurde er für seinen autobiografisch geprägten Roman Herkunft, der auch die Bestsellerlisten erreichte, mit dem Deutschen Buchpreises ausgezeichnet. Die Buchpreisjury lobte Stanišić als fantasievollen und witzigen Erzähler: „Unter jedem Satz dieses Romans wartet die unverfügbare Herkunft, die gleichzeitig der Antrieb des Erzählens ist Mit viel Witz setzt er den Narrativen der Geschichtsklitterer seine eigenen Geschichten entgegen“.[18] In seiner Dankesrede kritisierte Stanišić die Vergabe des Literaturnobelpreises an Peter Handke wenige Tage zuvor. Der österreichische Autor hatte sich im Balkankonflikt wiederholt auf die Seite der Serben gestellt.[19]

Einzeltitel Romane, Erzählungen
  • 2006 Wie der Soldat das Grammofon repariert. Roman. Luchterhand Literaturverlag, München 2006, ISBN 3-630-87242-5.
  • 2014 Vor dem Fest. Roman. Luchterhand Literaturverlag, München 2014, ISBN 978-3-630-87243-8.
  • 2016 Fallensteller. Erzählungen. Luchterhand Literaturverlag, München 2016, ISBN 978-3-630-87471-5.
  • 2019 Herkunft. Luchterhand Literaturverlag, München 2019, ISBN 978-3-630-87473-9.
Hörspiele
  • 2005 Träum! Traum, Traumata:, Regie: Marlene Breuer (HR)
  • 2006 Wie der Soldat das Grammofon repariert, Regie: Leonhard Koppelmann, Komposition: Merima Kljuco (BR Hörspiel und Medienkunst), ISBN 3-86604-275-2
  • 2015 Vor dem Fest, Regie: Judith Lorentz, Komposition: Lutz Glandien (RBB)
  • 2017 Georg Horvath ist verstimmt, Regie: Oliver Sturm, Komposition: Andreas Bick (NDR)
Fantasy
  • 2002 Gemeinsam mit Stephanie von Ribbeck: Aus den Quellen des Harotrud. Der Reigen der fünf Schwestern. Zwei DSA-Abenteuer aus der Reihe Das schwarze Auge – Fluch vergangener Zeiten, ISBN 3-89064-379-5
Beiträge in Zeitschriften und Anthologien Erzählungen
  • 2001 – In Silence I Trust, in: Krachkultur 9/2001
  • 2002 – Zinke, in. 20 unter 30. Junge deutsche Autoren, hrsg. von Martin Brinkmann und Werner Löcher-Lawrence, DVA 2002
  • 2002 – get done: strippen, kajal
  • 2002 - Der Reigen der fünf Schwestern, in: Fluch vergangener Zeiten, Fanpro, Erkrath
  • 2003 – Wie Selim Hadzihalilovic zurückgekehrt ist, …
  • 2003 – Heinz Harald Frentzen hat Schnupfen
  • 2005 – Billard Kasatschok
  • 2005 – Träum! Traum, Traumata
  • 2005 – Äcki spielt auf für die Jungs und Petra, den Funker
  • 2005 – Was wir im Keller spielen …
  • 2005 – Hai Nuun in Veletovo
  • 2005 – Zwei Anweisungen für Strukturstabilität, jeweils mit Beispielen, dazu zwei kleinere Erledigungen
  • 2007 – George W. mit Mikimaus-Ohren
Essays
  • 2005 – Doppelpunktnomade
Literatur
  • Karin Janker: Saša Stanišić über Erinnerung. Interview, in: Süddeutsche Zeitung, 15. Juni 2019, S. 56
  • Theo Breuer: Zwanzig Tage – Zwanzig Romane : Ein Buchspiel. In: Matrix. Zeitschrift für Literatur und Kunst, 58. Ausgabe, Pop Verlag, Ludwigsburg 2019, S. 7–167.
Weblinks  Commons: Saša Stanišić – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Saša Stanišić in der Deutschen Biographie
  • Literatur von und über Saša Stanišić im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Offizielle Webpräsenz von Saša Stanišić
  • Autorenporträt bei bachmannpreis.orf.at
  • Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Saša Stanišić bei perlentaucher.de
  • Autorenporträt bei lyrikwelt.de
  • netznotizen.de: Netzautor 2007 der Niedersächsischen Literaturbüros
Einzelnachweise
  1. ↑ Wilton, Jennifer: Das Lächeln des Landes. In: Die Welt vom 25. November 2006, Heft 276/2006, Literarische Welt, S. 2.
  2. ↑ Deutschsprachig, ungebunden, jung … sucht Herausgeber bei dw-world.de
  3. ↑ Artikel Die IGH gratuliert Saša Stanišić zur Nominierung für den Deutschen Buchpreis bei igh.hd.bw.schule.de (Memento des Originals vom 22. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.igh.hd.bw.schule.de
  4. ↑ „Blockaden kenne ich nicht, nur langes Nachdenken“, abgerufen am 7. August 2015
  5. ↑ Online-Uniprotokolle der Universität Heidelberg
  6. ↑ Robert Bosch Stiftung, Grenzgänger Europa und seine Nachbarn
  7. ↑ vgl. Random House "Foreign Rights"
  8. ↑ Pressemitteilung der Robert Bosch-Stiftung, 12. Oktober 2007 (Memento des Originals vom 16. Juni 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bosch-stiftung.de
  9. ↑ Spielplan, Schauspiel Graz 2007/08 (Memento des Originals vom 28. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.buehnen-graz.com
  10. ↑ Stadt Mannheim Pressemeldung vom 16. Januar 2013, abgerufen am 17. Januar 2013
  11. ↑ http://www.boersenblatt.net/606092/template/bb_tpl_literarischesleben/
  12. ↑ Meldung auf lvz-online.de (Memento des Originals vom 14. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lvz-online.de, abgerufen am 13. März 2014
  13. ↑ Stadt Aalen: Schubart-Literaturpreis 2017 wird an Saša Stanišić verliehen. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Aalen, 24. Februar 2017, archiviert vom Original am 25. Februar 2017; abgerufen am 25. Februar 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schubart-literaturpreis.de 
  14. ↑ http://www.akademie-der-kuenste.de/mitglied.html Abgerufen am 2. Juni 2016
  15. ↑ Schriftsteller, 41, schreibt heimlich Deutsch-Abi - über eigenen Roman. Spiegel Online, 26. Juni 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019. 
  16. ↑ Erfolgsautor: Saša Stanišić schreibt heimlich Deutsch-Abitur – zum eigenen Roman. mdr.de, 26. Juni 2019, Zugriff am 29. Juli 2019.
  17. ↑ „Lehrauftrag“ für Saša Stanišic. In: Wiesbaden lebt. 3. September 2019, abgerufen am 3. September 2019 (deutsch). 
  18. ↑ Saša Stanišić erhält den Deutschen Buchpreis 2019. In: deutscher-buchpreis.de (PDF-Datei; abgerufen am 14. Oktober 2019).
  19. ↑ Stanišić erhält Deutschen Buchpreis. In: tagesschau.de, 14. Oktober 2019 (abgerufen am 14. Oktober 2019).
Normdaten (Person): GND: 132082179 (OGND, AKS) | LCCN: no2006114621 | NDL: 01222538 | VIAF: 85113757 | Wikipedia-Personensuche Personendaten NAME Stanišić, Saša ALTERNATIVNAMEN Stanišic, Saša; Stanisic, Sasa KURZBESCHREIBUNG deutsch-bosnischer Schriftsteller GEBURTSDATUM 7. März 1978 GEBURTSORT Višegrad, Bosnien und Herzegowina


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