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Willy-Brandt-Haus
Das Willy-Brandt-Haus in Berlin ist seit 1996 Sitz der Bundeszentrale der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und befindet sich im Ortsteil

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Dieser Artikel erläutert das Willy-Brandt-Haus in Berlin; die Gedenkstätte in Lübeck ist unter Willy-Brandt-Haus Lübeck zu finden. Blick aus Richtung Landwehrkanal, rechts die Wilhelmstraße, Oktober 2015

Das Willy-Brandt-Haus in Berlin ist seit 1996 Sitz der Bundeszentrale der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und befindet sich im Ortsteil Kreuzberg an der Ecke Wilhelmstraße 140/Stresemannstraße 28 in unmittelbarer Nachbarschaft des Mehringplatzes. Es ist nach Willy Brandt benannt, der von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von West-Berlin, von 1964 bis 1987 SPD-Parteivorsitzender und von 1969 bis 1974 deutscher Bundeskanzler war. Die Grundsteinlegung erfolgte 1993.

Inhaltsverzeichnis
  • 1 Vorgeschichte
  • 2 Gebäude
  • 3 Skulptur
  • 4 Siehe auch
  • 5 Weblinks
Vorgeschichte Willy Brandt, 1980

Im Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung wurde 1991 mit dem Hauptstadtbeschluss der Umzug des Deutschen Bundestags und wesentlicher Teile der Bundesregierung nach Berlin entschieden. In der Folge wollte die SPD auch ihre Parteizentrale möglichst rasch vom Bonner Erich-Ollenhauer-Haus in die neue Bundeshauptstadt verlegen. Gesucht wurde ein Standort in der Nähe der historischen Adresse Lindenstraße 3 in Berlin-Kreuzberg. Hier – im „Lindenhof“ – waren ab 1914 der Parteivorstand, die Parteischule und parteieigene Betriebe der SPD untergebracht, bis es nach der Machtergreifung 1933 von SA-Truppen besetzt wurde. Das NS-Regime eignete sich später das Gebäude an und im Zweiten Weltkrieg wurde es so stark zerstört, dass es 1962 abgerissen werden musste.

Gebäude

Das 3225 m² große Eckgrundstück für die neue Zentrale wurde 1992 erworben. Für dieses Areal hatte der Architekt Helge Bofinger schon im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1984/1987 (IBA) den preisgekrönten Entwurf eines Wohn- und Geschäftshauses geliefert, das allerdings nicht gebaut worden war. Die Absicht war seinerzeit, in der durch zahlreiche Brachflächen und eine zusammenhanglose, qualitätsarme Nachkriegsbebauung gekennzeichneten Umgebung in der südlichen Friedrichstadt einen möglichst anregenden Akzent zu setzen. Bofingers damaliger Entwurf deckte sich weitgehend mit den Vorstellungen der neuen Bauherren. Die Pläne wurden, wo nötig, dem veränderten Nutzungsprofil angepasst und in nur zweijähriger Bauzeit umgesetzt. Am 10. Mai 1996 wurde das Willy-Brandt-Haus eingeweiht, am 25. Juli 1999 erfolgte der offizielle Einzug des Parteivorstands.

Auf einem spitz zulaufenden Grundstück war ein siebengeschossiger Bau entstanden, die Traufhöhe von 22 Metern ist der Umgebung angepasst. Stilistisch zeigt das Haus deutliche Anklänge an die Klassische Moderne, es erinnert an bekannte Bauten der 1920er und frühen 1930er Jahre. Wesentliche Materialien sind Glas, heller Kalkstein und blau schimmerndes Metall. Ein ausgefeiltes ökologisches Konzept ermöglicht niedrigen Energieverbrauch, reduzierte Emissionen und die Nutzung natürlicher Ressourcen beispielsweise durch ein teilweise begrüntes Dach mit 300 m² Solarzellen. Von einer Passage aus, die Stresemann- und Wilhelmstraße verbindet, erreicht man ein haushohes, verglastes Atrium und weiter, über Treppen und gläserne Aufzüge, die verschiedenen Ebenen des Gebäudes. Das Willy-Brandt-Haus ist als offenes Haus konzipiert. Für kulturelle Aktivitäten – Kunstausstellungen und dergleichen – sind geeignete Flächen und Räume vorgesehen. Im Erdgeschoss befinden sich Ladengeschäfte und gastronomische Einrichtungen. In der fünften Etage hat der Parteivorsitzende sein Büro, und ganz oben in der Spitze des Gebäudes, hinter halbrunder Glasfront, liegt der große Präsidiumssaal.

Skulptur

Ein vielbeachtetes Detail ist das überlebensgroße bronzene Willy-Brandt-Denkmal im Atrium des Hauses. Diese Arbeit des Malers und Bildhauers Rainer Fetting ist 3,40 Meter hoch und über 500 Kilo schwer. Sie zeigt den Politiker in einer beinahe privaten, aber sehr konzentrierten Haltung, nicht idealisiert, auch nicht naturalistisch, aber wiedererkennbar. Zahlreiche Besucher lassen sich vor der Skulptur fotografieren. Bei Anlässen von öffentlichem Interesse, Pressekonferenzen zum Beispiel, gerät sie unvermeidlich ins Blickfeld der Kameras.

Für den Willy-Brandt-Park in Stockholm fertigte Fetting eine kleinere Kopie der Skulptur im Willy-Brandt-Haus an.

Siehe auch
  • Konrad-Adenauer-Haus – CDU
  • Karl-Liebknecht-Haus – Die Linke
  • Hans-Dietrich-Genscher-Haus – FDP
Weblinks  Commons: Willy-Brandt-Haus (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • http://www.willy-brandt-haus.de/
  • http://www.berlin.de/museum/3109007-2926344-willybrandthaus.html
Parteizentralen der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien

Konrad-Adenauer-Haus (CDU) | Willy-Brandt-Haus (SPD) | AfD | Hans-Dietrich-Genscher-Haus (FDP) | Karl-Liebknecht-Haus (Die Linke) | Bündnis 90/Die Grünen | Franz-Josef-Strauß-Haus (CSU)

52.513.388333333333Koordinaten: 52° 30′ 0″ N, 13° 23′ 18″ O




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