EU-Recht
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Führerschein (EU-Recht)
Fürstentum Liechtenstein und Norwegen, sowie in den Ländern, die dieses Recht ebenfalls anwenden. Zu diesen Ländern gehört die Schweiz. Die Richtlinie

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Dieser Artikel behandelt den Führerschein (Deutschland, Österreich) bzw. den Führerausweis (Schweiz) und die mit diesem dokumentierte Fahrerlaubnis (Deutschland), Lenk(er)berechtigung (Österreich)[1] beziehungsweise Fahrberechtigung (Schweiz) im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), also den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Island, dem Fürstentum Liechtenstein und Norwegen, sowie in den Ländern, die dieses Recht ebenfalls anwenden. Zu diesen Ländern gehört die Schweiz.

Inhaltsverzeichnis Führerscheinklassen

Die Richtlinie 2006/126/EG über den Führerschein[2] (3. Führerscheinrichtlinie) aus dem Jahr 2006 schreibt den Grundsatz des stufenweisen Zugangs zur Fahrerlaubnis (Deutschland), Lenkberechtigung (Österreich) bzw. Fahrberechtigung (Schweiz) in dort so genannten Führerscheinklassen fest.

Klasse Symbol Beschreibung
Terminologie gemäß EU-Richtlinie (Deutschland, Österreich) Erwerb Setzt
voraus Schließt ein Bemerkungen Kleinkrafträder AM zwei- oder dreirädrige Kraftfahrzeuge sowie vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h ab 16 Jahren bzw. in Österreich ab 15 Jahren – – Klasse existiert in der Schweiz nicht.
16- und 17-jährige Lenker dürfen A1 erwerben, das Motorrad darf aber höchstens 50 cm³ bei Fremdzündungsmotoren oder 4 kW bei anderen Motoren aufweisen.[3] Krafträder* / Motorrad A1 Krafträder mit einem Hubraum von bis zu 125 cm³ mit einer Motorleistung von bis zu 11 kW (Leichtkrafträder) und einem Leistungsgewicht bis zu 0,1 kW/kg sowie dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Leistung von bis zu 15 kW ab 16 Jahren – AM Schweiz: 16- und 17-jährige Lenker: Das Motorrad darf höchstens 50 cm³ bei Fremdzündungsmotoren oder 4 kW bei anderen Motoren aufweisen.[3] A2 Krafträder mit einer Motorleistung von bis zu 35 kW und einem Leistungsgewicht bis zu 0,2 kW/kg, die nicht von einem Fahrzeug mit mehr als der doppelten Motorleistung abgeleitet sind ab 18 Jahren – A1, AM Die entsprechende Kategorie heißt in der Schweiz A (beschränkt auf 35 kW).
Nach zweijährigem Besitz der Klasse A2 genügt eine praktische Prüfung zum Aufstieg in die unbeschränkte Klasse A. A Krafträder über 50 cm³ oder über 45 km/h, auch mit Beiwagen, sowie dreirädrige Kraftfahrzeuge[4] mit einer Leistung von mehr als 15 kW Ab 20 Jahren bei mindestens zweijähriger Fahrpraxis (Nachweis der Fahrpraxis nicht erforderlich, Schweiz: klaglose Fahrpraxis vorausgesetzt) der Klasse A2 bzw. AB. A1, A2, AM Forderung der Fahrpraxis bei Neuerwerb entfällt in Deutschland und Österreich ab dem 24. und in der Schweiz nach dem 25. Lebensjahr.
Schweiz: Schließt B1 mit ein.[5] Mehrspurige Kraftfahrzeuge B1 Mehrspurige Kraftfahrzeuge bis 550 kg Leermasse je nach Land ab 16 oder 18 Jahren – AM In den Staaten, in denen diese Klasse nicht eingeführt wurde (z. B. in Deutschland), wird für Fahrzeuge der Klasse B1 die Fahrerlaubnisklasse B benötigt. Mindestalter in der Schweiz: 18 Jahre. B Mehrspurige Kraftfahrzeuge bis 3,5 t zulässiger Gesamtmasse und maximal 9 Sitzplätzen (einschließlich Fahrer). Je nach Land ab 17 (Begleitetes Fahren) oder ab 18 Jahren – AM, B1.
Sofern Artikel 6, Ziffer 3b in nationales Recht umgesetzt wurde[2] ist die Klasse A1 eingeschlossen (z. B. Code 111 in Österreich) Auch mit Anhänger bis 0,75 t zulässiger Gesamtmasse (zulässige Gesamtmasse des Zuges 4,25 t) oder mit Anhänger über 0,75 t zulässiger Gesamtmasse (zulässige Gesamtmasse des Zuges 3,5 t). Letztere Kombination kann durch Schlüsselzahl 96 auf 4,25 t zulässiger Zuggesamtmasse erweitert werden. C1 Mehrspuriges Kraftfahrzeug bis 7,5 t zulässiger Gesamtmasse, maximal 9 Sitzplätze (einschließlich Fahrer) ab 18 Jahren B – Anhänger bis 0,75 t zulässiger Gesamtmasse; befristet gültig C Mehrspurige Kraftfahrzeuge über 7,5 t zulässiger Gesamtmasse, maximal 9 Sitzplätze (einschließlich Fahrer) Je nach Land oder Sonderbestimmungen 18 oder 21 Jahre B C1 Anhänger bis 0,75 t zulässiger Gesamtmasse; befristet gültig Omnibusse D1 Omnibusse mit bis 16 Sitzplätzen einschließlich Fahrer (Schweiz: 9 bis 16 ohne Fahrer) und höchstens 8 m Länge ab 21 Jahren B – Anhänger bis 0,75 t zulässiger Gesamtmasse; befristet gültig D Omnibusse mit mehr als 9 Sitzplätzen (einschließlich Fahrer) Je nach Land ab 21 oder 24 Jahren B D1, D1E und DE, sofern CE vorhanden Anhänger bis 0,75 t zulässiger Gesamtmasse; befristet gültig Mehrspurige Kraftfahrzeuge mit Anhänger BE Züge aus B-Zugfahrzeug und Anhänger über 0,75 t zulässiger Gesamtmasse (sofern der Zug nicht unter Klasse B fällt) Je nach Land ab 17 (Begleitetes Fahren) oder 18 Jahren B – Anhänger bis 3,5 t zulässiger Gesamtmasse
Hinweis: B96 ist keine eigene Führerscheinklasse für Anhänger, sondern nur eine Erweiterung der Klasse B um die Schlüsselzahl 96! C1E Züge aus C1-Zugfahrzeug und Anhänger über 0,75 t zulässiger Gesamtmasse, sowie Züge aus B-Zugfahrzeug und Anhänger über 3,5 t zulässiger Gesamtmasse ab 18 Jahren C1 BE Züge bis 12 t zulässiger Gesamtmasse, unter 21 Jahren keine gewerbliche Güterbeförderung über 7,5 t CE Lastzüge und Sattelkraftfahrzeuge ab 18 Jahren C BE, C1E, D1E oder DE, sofern D1 bzw. D vorhanden Anhänger über 0,75 t zulässiger Gesamtmasse, unter 21 Jahren keine gewerbliche Güterbeförderung über 7,5 t, befristet gültig D1E Züge aus D1-Zugfahrzeug und Anhänger mit mehr als 0,75 t zulässiger Gesamtmasse ab 21 Jahren D1 BE Züge bis 12 t zulässiger Gesamtmasse (zulässige Gesamtmasse des Anhängers nicht größer als Leermasse des Zugfahrzeuges) DE Züge aus D-Zugfahrzeug und Anhänger mit mehr als 0,75 t zulässiger Gesamtmasse Je nach Land ab 21 oder 24 Jahren D BE, D1E befristet gültig

* Als Kraftrad gilt jedes zweirädrige Kraftfahrzeug mit oder ohne Beiwagen im Sinne des Artikels 1 Absatz 2 Buchstabe b der Richtlinie 2002/24/EG. Als dreirädriges Kraftfahrzeug gilt jedes mit drei symmetrisch angeordneten Rädern ausgestattete Kraftfahrzeug im Sinne des Artikels 1 Absatz 2 Buchstabe c der Richtlinie 2002/24/EG.

Fahrerlaubnisklassen, die nur auf nationaler Ebene ausgestellt werden und gültig sind (Landwirtschaftliche Fahrzeuge, Mofas etc.) sind in den folgenden Artikeln über besondere nationale Regelungen zu finden:

Regelungen in verschiedenen Ländern Motorradfahren mit dem Führerschein der Klasse B

Gemäß der Führerschein-Richtlinie 2006/126/EG[2], Artikel 6, Ziffer 3b können die Staaten die Möglichkeit vorsehen, dass mit dem Führerschein der Klasse B ohne besondere Voraussetzungen ein Motorrad der Klasse A1 gefahren werden kann. Als nationale Regelungen gelten diese Berechtigungen dann für das jeweilige Territorium. Die Frage, ob und unter welchen staatlichen Vorgaben ein Staat Lenkerberechtigungen aus anderen Staaten auf seinem Territorium anerkennt, obliegt ebenso seiner nationalen Entscheidung.

Derzeit können Besitzer eines nationalen Führerscheins der Klasse B in Frankreich, Großbritannien, Italien, Lettland, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Österreich, der Slowakei, Spanien und Tschechien unter bestimmten Voraussetzungen ein Motorrad der Klasse A1 fahren, wobei die Regelungen von Land zu Land unterschiedlich sind. Teilweise reicht schon der Besitz der Klasse B aus, teilweise darf man erst nach mehrjährigem Besitz der Klasse B fahren oder es ist ein mehrstündiges Fahrtraining auf einem Motorrad (mit/ohne Prüfung) vorgeschrieben.

In der Schweiz wird nach der Absolvierung eines Grundkurses von achtstündiger Dauer mit einem Motorrad oder Motorroller der Kategorie A1 (max. 125 cm³, 11 kW) zur Klasse B zusätzlich die Klasse A1 ohne Prüfung erteilt. Ebenso gibt es in Ungarn einen erleichterten Zugang zur Klasse A1 für Inhaber der Klasse B.

Internationaler Führerschein → Hauptartikel: Internationaler Führerschein

Der Internationale Führerschein (auch: zwischenstaatlicher Führerschein) ist ein zeitlich befristetes und weltweit gültiges Zusatzdokument zum nationalen Führerschein, es wird jedoch nur noch selten benötigt. Das Dokument enthält alle Daten des normalen Führerscheins in verschiedenen Sprachen und ist nur in Kombination mit diesem gültig.

Innerhalb der Europäischen Union sowie in den EFTA-Staaten Island, Norwegen, Liechtenstein und Schweiz ist der nationale Führerschein weiterhin ausreichend. Ebenso ist das Lenken eines Fahrzeugs in den gerne aufgesuchten Touristenzielen Kanada, Südafrika, Neuseeland und Australien mit dem nationalen Dokument möglich, das Mitführen eines Internationalen Führerscheins ist nicht zwingend erforderlich. In Australien und Neuseeland wird ein englischsprachiger Führerschein verlangt, eine Übersetzung des nationalen Führerscheins reicht jedoch aus. In manchen Bundesstaaten der USA wird der Internationale Führerschein seit Anfang 2009 benötigt; hier wird das Mitführen des „Internationalen Führerscheins gemäß Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr von 1968“ empfohlen, obwohl er in den USA nicht offiziell anerkannt ist. Deutschland und die Schweiz stellen jedoch keinen anderen „Internationalen Führerschein“ aus. Österreich stellt den „Internationalen Führerschein gemäß Genfer Abkommen über den Kraftfahrzeugverkehr von 1949“ aus, den die USA offiziell anerkennen.

Siehe auch Weblinks Einzelnachweise
  1. ↑ Anm.: In den österreichischen Rechtsmaterialien, selbst auch innerhalb eines einzelnen Gesetzes, kommt sowohl Lenkerberechtigung (Abfragelink im RIS) als auch Lenkberechtigung (Abfragelink) vor.
  2. ↑ a b c Richtlinie 2006/126/EG (PDF) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Führerschein.
  3. ↑ a b Art. 6 Abs. 1 Bstb. c VZV.
  4. ↑ In Deutschland gibt es hierzu Ausnahmeregelungen, siehe Führerschein und Fahrerlaubnis (Deutschland)#Dreirädrige Fahrzeuge
  5. ↑ Art. 4 Abs. 1 Bstb. A VZV.
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