Frau Esken
Frau Esken


Saskia Esken
Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg tätig. Esken ist seit 1993 mit Roland Esken verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat. Ihr Mann ist im

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Saskia Esken, 2019

Saskia Esken (* 28. August 1961 in Stuttgart als Saskia Hofer) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit dem 6. Dezember 2019 zusammen mit Norbert Walter-Borjans Bundesvorsitzende der SPD.

Inhaltsverzeichnis Herkunft, Beruf und Privates

Esken wuchs in Renningen auf[1] und erlangte 1981 ihr Abitur am Johannes-Kepler-Gymnasium in Weil der Stadt. Ein Studium der Germanistik und Politikwissenschaft an der Universität Stuttgart brach sie ab[2] und arbeitete danach unter anderem als Paketzustellerin und Kellnerin.[3][4] 1990 schloss sie an der Akademie für Datenverarbeitung Böblingen eine Ausbildung zur staatlich geprüften Informatikerin ab und arbeitete anschließend in der Softwareentwicklung, bis sie zugunsten ihrer 1994, 1996 und 1999 geborenen Kinder auf ihre Berufstätigkeit verzichtete.[2][4] Über die ehrenamtliche Elternvertretung kam sie zur Bildungspolitik und war von 2012 bis 2014 als stellvertretende Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg tätig.

Esken ist seit 1993 mit Roland Esken verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat.[5] Ihr Mann ist im Ruhestand[6] und engagiert sich als Vorsitzender des Vereins Württembergische Schwarzwaldbahn Calw – Weil der Stadt (WSB) e. V. für einen Ausbau der Stuttgarter S-Bahn.[7] Auch Saskia Esken unterstützt das Anliegen.[8]

Partei

Esken trat 1990 der SPD bei. Sie war von 2008 bis 2015 Vorsitzende des Ortsvereins Bad Liebenzell und ist seit 2010 Vorsitzende des Kreisverbands Calw. Von 2013 bis 2016 war sie Beisitzerin im Vorstand der SPD Baden-Württemberg.

Bei der Wahl zum SPD-Vorsitz 2019 kandidierte Esken zusammen mit dem ehemaligen Finanzminister von Nordrhein-Westfalen Norbert Walter-Borjans. Nominiert wurden sie von der SPD Nordrhein-Westfalen.[9] Beim ersten Wahlgang im Oktober 2019 belegten Esken und Walter-Borjans mit 21,0 Prozent der Stimmen den zweiten Platz hinter Klara Geywitz und Olaf Scholz, die 22,7 Prozent der Stimmen erhielten.[10] Bei der Stichwahl im November 2019 erhielten Esken und Walter-Borjans 53,1 Prozent der Stimmen und Geywitz und Scholz 45,3 Prozent der Stimmen.[11] Auf dem Bundesparteitag am 6. Dezember 2019 wurden Esken mit 75,9 Prozent und Walter-Borjans mit 89,2 Prozent der Delegiertenstimmen zu Bundesvorsitzenden gewählt.[12]

Abgeordnete Mediendatei abspielen Video-Vorstellung (2014)

Esken war von 2007 bis 2014 Mitglied des Gemeinderats von Bad Liebenzell und ist seit 2009 Mitglied des Kreistags des Landkreises Calw.

Bei der Bundestagswahl 2009 kandidierte sie auf Platz 28 der Landesliste Baden-Württemberg und im Wahlkreis Calw. Ihr Platz auf der Landesliste reichte nicht für den Einzug in den Deutschen Bundestag aus. Im Wahlkreis Calw, der seit 1949 ununterbrochen durch den CDU-Kandidaten gewonnen wurde, erreichte sie mit 20,2 Prozent der Erststimmen hinter Hans-Joachim Fuchtel von der CDU den zweiten Platz.

Bei der Bundestagswahl 2013 zog sie über Platz 18 der Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag ein. Im Wahlkreis Calw belegte sie mit 20,2 Prozent der Erststimmen erneut hinter Hans-Joachim Fuchtel von der CDU den zweiten Platz. In der 18. Wahlperiode war sie Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, im Ausschuss Digitale Agenda und im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Außerdem war sie stellvertretende Sprecherin der Fraktionsarbeitsgruppe Digitale Agenda.

Bei der Bundestagswahl 2017 zog sie über Platz 15 der Landesliste Baden-Württemberg erneut in den Deutschen Bundestag ein. Im Wahlkreis Calw erreichte sie mit 16,9 Prozent der Erststimmen erneut hinter Hans-Joachim Fuchtel von der CDU den zweiten Platz. In der 19. Wahlperiode ist sie Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat, im Ausschuss Digitale Agenda und in der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz. Außerdem ist sie stellvertretende Sprecherin der Fraktionsarbeitsgruppe Digitale Agenda.

Politische Positionen

Esken ist Mitglied der Parlamentarischen Linken, in der sich der linke Flügel der SPD-Bundestagsfraktion zusammengeschlossen hat.[13]

Nach der Bundestagswahl 2017 bezeichnete Esken die Agenda 2010 als Sündenfall, für den die SPD noch immer die Rechnung bezahle. Zugleich erklärte sie, die SPD müsse „endlich damit aufhören, ihre Personalentscheidungen in Hinterzimmern auszubaldowern und uns dann zu präsentieren.“[14] Nachdem das Bundesverfassungsgericht Kürzungen des Arbeitslosengelds II für teilweise verfassungswidrig erklärt hatte, forderte Esken im November 2019 die Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen.[15]

Esken erklärte im Rahmen der Halbzeitbilanz des Kabinetts Merkel IV, dass eine Fortsetzung der Großen Koalition nur nach einer sofortigen Erhöhung des Mindestlohns „auf mindestens 12 Euro“, dem Abrücken von der Schuldenbremse und einer Nachbesserung des Klimapakets vertretbar wäre.[16] Sie bezeichnete das Klimaschutzpaket der Bundesregierung als „zu wenig ambitioniert und außerdem sozial ungerecht“.[17] Für den Fall, dass CDU und CSU keiner Nachverhandlung des Koalitionsvertrags zustimmen, wollte Esken „dem Parteitag empfehlen, die Koalition zu verlassen“.[18] Diese Position wurde von Frau Esken inzwischen jedoch revidiert[19].

Esken war vor ihrer Kandidatur für den Bundesparteivorsitz insbesondere als Netzpolitikerin aktiv. Sie ist gegen die Vorratsdatenspeicherung und für ein Recht auf Verschlüsselung.[20] In der Debatte um die EU-Urheberrechtsreform 2019 war sie gegen die Einführung der darin vorgesehenen Upload-Filter (Artikel 13) und gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf EU-Ebene (Artikel 11).[21] Esken befürwortet die Entkriminalisierung von Cannabis „unter strengen Auflagen und unter strikter Beachtung des Jugendschutzes.“[22]

Mitgliedschaften

Esken ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.[23] Außerdem ist sie Mitglied von BUND, Greenpeace, Campact, D64, ver.di und den Naturfreunden.[24][25] Darüber hinaus ist sie Fördermitglied der Gesellschaft für Freiheitsrechte, die das Ziel verfolgt, mit strategischer Klageführung die Grundrechte und die Menschenrechte zu erhalten und auszubauen.[26]

Weblinks  Commons: Saskia Esken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Einzelnachweise
  1. ↑ Saskia Esken: Ihr Mut soll die Partei wachrütteln. In: schwarzwaelder-bote.de. 22. Oktober 2019, abgerufen am 4. Dezember 2019. 
  2. ↑ a b Unsere Kandidatin für den Bundestag: Saskia Esken spd-kreis-freudenstadt.de, 11. Dezember 2008
  3. ↑ Aus dem Nordschwarzwald auf die große Bühne. In: marbacher-zeitung.de. 28. November 2019, abgerufen am 4. Dezember 2019. 
  4. ↑ a b „Wie sind die Politiker vom Charakter her? – Normal?“ saskiaesken.de, 16. Juli 2014
  5. ↑ Saskia Esken: Lebenslauf. 2009, abgerufen am 4. Dezember 2019. 
  6. ↑ Schwarzwälder Bote, Oberndorf Germany: Nordschwarzwald: Saskia Esken freut sich auf Berlin – Schwarzwälder Bote. Abgerufen am 4. Dezember 2019. 
  7. ↑ Impressum | Württembergische Schwarzwaldbahn Calw. Abgerufen am 4. Dezember 2019 (deutsch). 
  8. ↑ „Eine tolle Nachricht für die Menschen im Nordschwarzwald“ - Saskia Esken. Abgerufen am 4. Dezember 2019. 
  9. ↑ NRW-Landesvorstand nominiert Walter-Borjans und Esken. In: spiegel.de. 31. August 2019, abgerufen am 31. August 2019. 
  10. ↑ Scholz/Geywitz gegen Walter-Borjans/Esken in Stichwahl um SPD-Vorsitz. In: spiegel.de. 26. Oktober 2019, abgerufen am 26. Oktober 2019. 
  11. ↑ SPD-Basis stimmt für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. In: spiegel.de. 30. November 2019, abgerufen am 30. November 2019. 
  12. ↑ Esken und Walter-Borjans sind neue SPD-Chefs. In: spiegel.de. 6. Dezember 2019, abgerufen am 6. Dezember 2019. 
  13. ↑ Mitglieder der Parlamentarischen Linken parlamentarische-linke.de
  14. ↑ Irgendwo zwischen Frust und Lust schwarzwaelder-bote.de, 27. Oktober 2017
  15. ↑ Wie die SPD mit der Hartz-Ohrfeige umgeht tagesspiegel.de 6. November 2019
  16. ↑ Fortsetzung der großen Koalition nur unter diesen Bedingungen t-online.de 12. November 2019
  17. ↑ "Stellen Sie sich mal vor, es gäbe keine Sozialdemokratie mehr" zeit.de 18. November 2019
  18. ↑ "Dann empfehle ich das GroKo-Ende" n-tv.de 19. November 2019
  19. ↑ Die SPD-Spitze sagt die Revolte wieder ab. Abgerufen am 4. Dezember 2019. 
  20. ↑ https://www.golem.de/news/mitgliederentscheid-netzpolitikerin-esken-wird-spd-chefin-1911-145287.html
  21. ↑ https://www.deutschlandfunk.de/neues-eu-urheberrecht-schueleraufstand-gegen-upload-filter.694.de.html?dram:article_id=443049
  22. ↑ https://www.n-tv.de/politik/Fuenf-SPD-Duos-sehen-Cannabis-unverkrampft-article21302876.html
  23. ↑ Saskia Esken europa-union.de
  24. ↑ Über mich saskiaesken.de
  25. ↑ D64-Profil von Saskia Esken. In: D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt. D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e. V., abgerufen am 27. Oktober 2019. 
  26. ↑ Martin Reeh: SPD-Kandidaten Walter-Borjans & Esken: „Wir wollen eine Bewegung sein“. In: Die Tageszeitung: taz. 18. September 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 1. Dezember 2019]). 
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August Bebel | Paul Singer | Alwin Gerisch | Hugo Haase | Friedrich Ebert | Philipp Scheidemann | Otto Wels | Hermann Müller | Arthur Crispien | Hans Vogel | Kurt Schumacher | Erich Ollenhauer | Willy  Brandt | Hans-Jochen Vogel | Björn Engholm | Johannes Rau (kommissarisch) | Rudolf Scharping | Oskar Lafontaine | Gerhard Schröder | Franz Müntefering | Matthias Platzeck | Kurt Beck | Frank-Walter Steinmeier (kommissarisch) | Franz Müntefering | Sigmar Gabriel | Martin Schulz | Olaf Scholz (kommissarisch) | Andrea Nahles | Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig (kommissarisch) | Saskia Esken, Norbert Walter-Borjans

Parteivorstand der SPD

Vorsitzende: Saskia Esken | Norbert Walter-Borjans

Stellvertretende Vorsitzende: Klara Geywitz | Hubertus Heil | Kevin Kühnert | Serpil Midyatli | Anke Rehlinger

Generalsekretär: Lars Klingbeil Schatzmeister: Dietmar Nietan Verantwortlicher für die Europäische Union: Udo Bullmann

Präsidiumsmitglieder: Doris Ahnen | Katja Pähle

Beisitzer: Leni Breymaier | Martin Dulig | Michaela Engelmeier | Wiebke Esdar | Franziska Giffey | Kerstin Griese | Uli Grötsch | Gustav Horn | Oliver Kaczmarek | Heiko Maas | Bettina Martin | Matthias Miersch | Aydan Özoğuz | Boris Pistorius | Michael Roth | Sarah Ryglewski | Dagmar Schmidt | Svenja Schulze | Alexander Schweitzer | Andreas Stoch | Johanna Uekermann | Dietmar Woidke

Normdaten (Person): GND: 1122292619 (OGND, AKS) | VIAF: 6831148269783005230001 | Wikipedia-Personensuche Personendaten NAME Esken, Saskia KURZBESCHREIBUNG deutsche Politikerin (SPD), MdB GEBURTSDATUM 28. August 1961 GEBURTSORT Stuttgart


 
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